![]() |
|
Spaces home Nicky in der großen Stad...PhotosProfileFriendsMore ![]() | ![]() |
|
Nicky in der großen StadtMarch 18 Ja sag einmal...[AS: (ich glaub wenns PS gibt, dann muss es auch AS geben, so wie a.m. und p.m.) Der eintrag sollte eigentlich schon vor einem monat auf den blog, aber ich war natürlich viel zu faul, das ding fertig zu schreiben.] ...da werd ich am Ende ja noch blog-faul. so kann das nicht gehen, ein neuer Eintrag muss her: Also wieder mal ein "Update" (der Verfall der deutschen Sprache naht, ich sehs schon!): Ich hab einen eher unfreiwilligen 2 Stunden Spaziergang entlang der Stadtmauer gemacht - danach hatte ich kurzzeitig die Nase gestrichen voll von Istanbul, war wiedermal auf der asiatischen Seite, wo ich die türkische Wasserpfeife kennengelernt hab, mir schlecht davon wurde und ich irgendso ein Milchzeugs mit Zimt gekostet hab (Salep nennt sich das und schmeckt wie Weihnachten). Ich war in einer Galerie, die sich im Keller einer Bank befand - sehr, sehr merkwürdig... wer steckt Kunst in den Keller?! - und hab... und jetzt bitte aufpassen...andere Erasmus Studenten kennengelernt: Nein, natürlich nicht die von meiner Uni, die kommen erst später, aber dafür die von anderen Unis in Istanbul. Es gab nämlich einen Erasmus-Ausflug auf die Prinzeninseln: Ein paar Franzosen, Engländer, Türken, Deutsche und eine Österreicherin "quälten" sich auf den Leihfahrrädern (die faulen Engländer haben doch tatsächlich das Rad geschoben) einen Mini-Hügel auf der Insel rauf , der hier natürlich als ausgewachsener Berg zählt, tranken Tee wurden von einem Rudel Hunden umzingelt (die Insel der Hunde?... war nicht sehr angenehm) und bekamen als Belohnung Fisch und eine extrem geile Aussicht fernab von Verkehr und Lärm. Sollte man öfter machen find ich ja... Jaja, nach 23 Tagen in Istanbul und schon 2 Wochen in der Uni, war gestern endlich ein kleines Stell-dich-ein mit den 2 Deutschen (Fabian und Oliver), den beiden Polinnen (Olga und Monika) und ein paar der türkischen Studenten, die entweder schon im Ausland waren oder sich fest vorgenommen haben, dorthin zu gehen. Für mich endete der lustige und sehr informative Abend ("Die Knickerbockerbande" von Tomas Brezina wurde ins Türkische übersetzt und war sehr, sehr beliebt) mit den netten Leuten aber schon um 10... nein, nein, Schuld war nicht der Rakı (obwohl der schon einen billigen Rausch ausmachen würd'), sondern das Filmfestival, das grad in Istanbul stattfindet und für das ich mir natürlich schon ganz am Anfang Kinokarten zugelegt hatte. Aber für nächste Woche is eh schon ein Karaokeabend geplant und die eine oder andere Wohnungsparty wird auch nicht ausbleiben. :-) February 10 Hi, can I join you?Ja, liebe Leute, nachdem ich ja schon erfahren musste, dass es nicht sehr weise ist, sich allein in der Nähe des Basarviertels aufzuhalten, hab ich mir am Donnerstag gleich mal eine Gruppe gesucht. 2 Japaner, Tikki und Jakka, waren die Auserwählten und nachdem ich sie mit viel Gestikulieren davon überzeugt hatte, dass ich ihnen weder was verkaufen will, noch sie guiden will (englisch is in Japan anscheinend nich'), haben sie schließlich zugesagt, mich auf meiner Wanderschaft durch den Basar zu "guarden"... und es hat wirklich sehr große Vorteile mit männlicher Begleitung dort aufzukreuzen: Die Händler quatschen die Jungs an (wahrscheinlich aus Angst vor über-eifersüchtigen Freunden), man kann gemütlich dorthin schauen, wo man will, ohne gleich ein Verhandlungsgespräch führen zu müssen und man bekommt sogar Tee und ein Stück Tavuk-Kebab (Tavuk = Pute) geschenkt... Nachdem die zwei Jungs mich dann zur Ayasofia (Hagia Sofia) gebracht hatten (die beiden waren da am Vortag schon), hab ich mich allein weiter durchgeschlagen und man lese und staune: Ich war eine ganze Stunde in der Ayasofia und hab mir jeden kleinen Winkel genau angesehen. Leider sind da grade Bauarbeiten und ein Riesengerüst steht genau in der Mitte, also unter der größten Kuppel. Das verdeckt somit blöderweise ein Bodenmosaik und "das gewisse Etwas" geht damit verloren... naj, ich hab mich dann durchgefroren aufgemacht zur Sultanahmet Camii (Blaue Moschee), wo aber blöderweise grad Gebetszeit war und ich natürlich nicht stören wollte.
Gestern war ich dann (mit der Aylin wiedermal) "am anderen Ufer", ich kann jetzt also schon von mir sagen, dass ich in Asien war... und bestimmt noch öfter sein werde. In dem Stadtteil ganz im Süden, Kadiköy, gibts einen herrlichen Obst-, Gemüse-, Käse- und Auch-sonst-alles-Markt, auf dem ich mich gleich mal mit einem großen Vorrat eingedeckt hab. Außerdem is Kadiköy ein sehr sympathischer Stadtteil, weil er viel gemütlicher is (sofern das noch möglich is... durchschnittliche Gehgeschwindigkeit in istanbul: ca. 2 Schritte/Sekunde) als die europäischen Teile und den Urlaubsflair noch mehr versprüht... Nach unserer beutereichen Rückkehr nach Europa (klingt als hätt ich eine Weltreise gemacht), hab ich mich dann mental auf das große Konzert vorbereitet: Bonnie "Prince" Billy hat/haben in einem Konzertsaal in meinem Stadtteil gespielt und ich war natürlich live dabei... sehr, sehr empfehlenswert (für weitere Kritik bitte Nachricht hinterlassen, sonst werd ich heute nicht mehr mit dem Eintrag fertig; BPB is übrigens bald auch in München)!!
Heute hab ich mal nicht so viel gemacht... ein bisschen chillen, ein paar Kinokarten für das Filmfestival kaufen, das bald is und dann bin ich (zum ersten Mal! - Die Ayasofia zählt nicht, die is nämlich vom Atatürk in ein Museum umgewandelt worden. -) in eine Moschee gegangen... und zwar nicht in irgendeine, sondern in die unterirdische. Mit Kopfbedeckung (meine gute, alte Haube wars diesmal, aber ich hab natürlich auch ein Kopftuch... danke Omi!) und mit den Schuhen in der Hand haben wir uns ganz unauffällig zwischen den Säulen der Moschee durchgeschlichen. Und der Ort is nicht zu unrecht heilig: so leise und friedlich wars noch nie seit ich hier angekommen bin... irgendwie steht da drinnen alles still und man hat das Gefühl, sich auf den Boden legen zu müssen, um sich auszuruhen, weils so gemütlich is. Nach diesem Aha-Erlebnis hab ich mich wieder auf den Heimweg gemacht (diesmal hab ich dabei die Musikecke Istanbuls entdeckt) und mir dann noch ein bisschen "Rebecca" von Hitchcock (das Original von 1940... wie geil is eigentlich Film noir?!) angeschaut. Wenn schon Filmkurse an der Uni, dann muss man sich schon auch damit beschäftigen, find ich.
so...ich bin dann mal weg... dis bald February 07 Istanbul ist ein Dorf!!!Also ich sags euch, ich hab ja eher weniger Orientierungssinn, aber in Istanbul find sogar ich immer wieder nach Hause. Anfangs war ich ja sehr gestresst wegen des ganzen Verkehrs und den 13 895 656,7 Einwohnern (oder irgendwie so), aber da sind sogar die kleinsten Gässchen so angelegt, dass man sich schwer verlaufen kann... Naja, aufgrund dieser neuen Erkenntnis, hab ich beschlossen, mir die Stadtteile der Reihe nach zu Fuß vorzunehmen und gestern waren Karaköy und Galata dran. Diese beiden Viertel waren ja mal von ausländischen (also solche, die man heute europäische nennen könnte) Geschäftsleuten bevölkert. Und nachdem sich die 2 Viertel quasi an der Ecke Bosporus - Goldenes Horn befinden, gibts da auch ein paar Plätze, die ganz nett anzuschauen sind, wie zum Beispiel der Galata-Turm. Ein 62 Meter hoher massiver Turm, der mal Wachturm war, dann wieder Gefängnis, später dann Ausgangspunkt für die erste Bosporusüberquerung mit "Flügeln" und heute - natürlich - eine Touristenattraktion ist... zurecht, wie ich finde: Die Aussicht von dort oben ist extrem schön, man kann auf den Topkapı Sarayı sehen, dahinter die Prinzeninseln im Marmarameer, die "Moscheen-Skyline" und natürlich das Goldene Horn überblicken. Außerdem hab ich mir eine kleine Karikaturen-Ausstellung im Schneidertempel (ein jüdisches Museum) angeschaut und noch ein bisschen durch die kleinen Gassen spaziert, die hier vor allem von Männern bevölktert werden (der Werkzeugverkauf auf offener Straße is wahrscheinlich ein Grund dafür). Bei meiner nächsten Tour dahin, werd ich mir noch das Museum türkischer Juden, die unterirdische Moschee und das Istanbul Modern ansehen, aber dafür brauch ich noch mindestens einen ganzen Tag... Nachdem ich mich dann mit der Aylin (bekannt aus vorigen Berichten) getroffen hab, sind wir aufgebrochen zum Ägyptischen Basar und zum großen Basar. Ich bin mir ziemlich sicher, dass halb Istanbul sich dort tagsüber aufhält, so viele Leute waren da. Und da gibts alles zu kaufen: von Töpfen und Pfannen über Schmuck, bis hin zu Lebenmittel gibts da alles... und für jedes Produkt einen eigenen Laden. wahnsinn... naja, am Abend war ich dann von dem ganzen Gewusel auch ziemlich fertig, was mich aber nicht davon abgehalten hat meine Tour heute forusetzten... allerdings wars heut eher enttäuschend:
Ich war in einem der wahrscheinlich "uninteressantesten" und gleichzeitig nobelsten Viertel Istanbuls: Früher war das mal ein von den Herrschern bewohntes Gebiet, nachdem die aber dann ihre Herrschaftssitze ans Meer verlegt haben, siedelten sich hier Beamte an. - Und genau das sieht man noch: Hier reiht sich ein Designer-Laden an den anderen und Sehenswürdigkeiten (mir is grad erst die Zusammensetzung des Wortes bewusst geworden: sehens-würdig) gibts hier eigentlich bis auf das Atatürk Museum so gut wie garnicht... und da soll noch einer sagen, dass der Kommerz die Kultur nicht zerstöre!!! übel und böse... (ein gutes Schlusswort find ich) February 05 Die Universität oder Wie ich einen ganzen Tag brauchte, um meinen Studentenausweis zu bekommenHeute war Inskriptionstag an meiner Gastinstitution (also mein erster offizieller Schultag) und da ich ja ein braves Studentlein bin, hab ich mir natürlich vorgenommen, dort noch am Vormittag zu erscheinen: Nachdem ich also meine 7 Zwetschken (= Pflaumen) gepackt hab' und den Weg zur Uni per Bus zurückgelegt hatte, stand ich um 10:30 vor den Toren der Kadir Has... ein Fehler wie sich herausstellte: die Erasmus-Beauftragte war nicht da (und sollte auch bis zum Nachmittag nicht erscheinen), die Vorsitzende meines Departments "Business Administration" (das wird ein Spaß!!!) auch nicht und auch der Herr, dessen Kurse ich eigentlich dann ganz gern nehmen möchte (Business Administration is halt nicht so lustig wie Film), war nicht aufzufinden. Sollte also jemand mal in İstanbul an einem Montag etwas zu erledigen haben, kann er ruhig ausschlafen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben... Naja, dann bin ich halt mal essen gegangen, was ja weiterhin nicht spannend wäre, hätte ich nicht die Aufmerksamkeit eines etwa 40 Jahre alten Mannes auf mich gezogen, der mich während des Essens durch die Fenster beobachtete, dann ganz zufällig auch in dieses Lokal essen ging, ganz beiläufig zur selben Zeit wie ich zahlte und mir dann - nicht etwa unauffällig - in und durch die Uni nachlief... aber ich steh halt nicht so auf zugelaufene 40-Jährige, deshalb hab ich dann mangels eigener Türkischkenntnisse die International Relations Lady auf ihn "angesetzt". 2 Stunden und circa 400 km später (jaja, da schauts wie schnell ich laufen kann hab ich dann endlich meinen Studentenausweis auftreiben können (den man übrigens braucht, um eine Buskarte kaufen zu können) und mich dann aus dem mir noch etwas chaotisch erscheinenden Verein vertschüßt, um türkisch lernen zu gehen (der nächste Verfolger kommt bestimmt - und dann werd ich ihn selber vertreiben!!).
PS: Ich hab übrigens noch rausfinden können, dass 2 Polen und 2 Deusche mit mir studieren - Erasmus-Exchange-Dummies sind hier eine Rarität... February 03 İstanbul die Erste: Where are you from?Nachdem ich ja jetzt auch schon 4 Tage hier bin, werd ich euch mal erzählen, wie der Hase (oder das Dönertier) hier in İstanbul so läuft. Zum besseren Verständnis meiner anfänglichen Berührungsängste mit der Stadt soll gesagt sein, dass es hier etwa 14 000 000 Einwohner gibt und ungefähr doppelt so viele Autos, Taxis und Busse. Dementsprechend gestresst war ich dann auch am Mittwoch bei meiner Ankunft in İstanbul und hab mich natürlich am Flughafen gleich von 5 jungen Promo-Typen anquatschen lassen ("Where are you from?"), die mir alle einen Heimfahrdienst anbieten wollten... sehr ominös das ganze. Naja, ich hab mich dann doch von meinem kleinen Harem losgerissen und nach einer ca. 35 minütigen Busfahrt (mit dem offiziellen Stadtbus Havaş), einer Taxifahrt, die nach ungefähr 500 Metern mit den Worten "Hier nur noch über die Straße, dann sind Sie da" endete (ja genau!!), und einer Schnitzeljagd zu meiner Wohnung (Straßenschilder und -nummern sind hier nicht so Standard), fand ich dann endlich mein bescheidenes Heim. Donnerstag war dann großer Bummeltag auf der İstiklal Caddesi, die man von der Funktion her irgendwie mit der Maria-Hilfer-Straße oder gar der Orford Street vergleichen könnte. Der Unterschied besteht halt darin, dass sie sehr türkisch is (Dürüm, Köfte und Pastesi an jeder Ecke) und sehr viel an kleinen Verkaufsständen auf offener Straße ("Where are you from? Wanna buy a perfume?") angeboten wird. Bestimmt ist der einzige Markt der Welt, bei dem sich das Angebot so schnell an die äußeren Bedingungen anpassen kann: Bei schlechtem Wetter werden Regenschirme verkauft, bei Schönwetter Sonnenbrillen, bei Wind Handschuhe und Hauben usw. Da könnten sich große Konzerne was abschauen... sollte man mal eine Diplomarbeit drüber schreiben... vielleicht... wenn man mal in Pension is. Gestern, also am Freitag, hat mir die Ayin (Frankfurter Kulturanthropologiestudentin und Ex-Erasmus-Studentin an der Kadir Has) die Uni gezeigt und ich wär fast umgefallen: Es gibt dort ein eigenes Fitness-Studio mit Sporthalle, einen kleinen Kinosaal, ein komplettes Filmequipment (nicht so Touristen-Style wie bei uns an der FH) ein Mac-Lab und weils so viel Spaß macht noch einen Bankomat (Geldautomat für die deutschen Kollegen :)) mitten in der Uni. So schauts also an Privatunis aus... Ich hab mich dort auch gleich angemeldet und - was mir dann auch beim Handykauf (ja ich bin stolze Besitzerin eines türkischen Handys... da schauts, geh?!) aufgefallen is: Die fragen da sehr komische Sachen wie den Mädchennamen meiner Mutter, die Blutgruppe, immer is der Name des Vaters anzugeben und natürlich darf "Where are you from?" nicht fehlen... naja, andere Länder, andere Sitten. Heute war großer Wandertag: Nachdem ich noch keine Studentenausweis bekommen hab' (bekomm ich erst wenn das Learning Agreement steht... wer is da jetzt schuld, das ich das noch nicht hab?!), is Museumsbesuch vorerst noch nicht am Plan. Deshalb hab ich heute in der Früh meinen Stadtplan eingepackt und bin losspaziert in Richtung Parks (bei mir gleich um die Ecke) und Bosporus (Boğaziçi). Und ich sags euch, ich hab selten so eine geile Meer-/Landschaft gesehen, wie die: Auf der gegenüberliegenden Seite is das asiatische Ufer, rechts (also im Süden) sieht man aufs Marmarameer und noch weiter rechts (also schon im Süd-Westen) is das Goldene Horn (Haliç) und an jedem Ufer kann man die Umrisse der Moscheen und Minarette sehen. Als ich mich dann endlich losreißen konnte, hab ich beschlossen erstmal was essen zu gehen und hab auf so einem kleinen Markt, der plötzlich da war ohne Vorwarnung und so, einfach in ein paar kleinen Gässchen, in ein Restaurant gesetzt und dort Dürüm Tavuk şiş gegessen und die Begeisterung war ein weiteres mal sehr groß... langsam glaub ich, dass es sich hier mehr als gut aushalten lässt... (trotz "where are you from?") naja, vielleicht sollte man die Sprache noch lernen, is anscheinend nicht so schwer und mit Englisch kommt man nicht immer weiter... so, das wars vorerst aus dem Nahen Osten, weitere Berichte folgen bestimmt... January 29 Merhaba an alle...So, nachdem ja jetzt eh schon jeder so ein blog-zeugs hat, kann ich mich dem Gruppenzwang nicht mehr entziehen und werd euch natürlich auch fleißig Berichte über meine Zeit als Exchange-dummy in Istanbul schreiben. Noch bin ich in meiner Heimat-Weltmetropole, aber ab Mittwoch werd ich mich dann ins Gewühl von Istanbul schmeißen und die mal so richtig aufmischen... oder so.
Nicky |
|
||||||||||||||||||
|
|